Aktuelles


Heidi Mink zum Gedenken

Ein Beitrag von F. Wilhelm von Gehlen

Am 22. März 2026 hätte sie ihren 100. Geburtstag feiern können, die am 22. März

1926 geborene Frau Adel(h)eid Krautschik geborene Mink, wäre sie nicht bereits am

02. März 2015 verstorben.

Sie hat als Institution im Dorf Saarn viel bewirkt, nicht nur als Medizinerin, als Frau

Dr. med., und als Psychoanalytikerin, als Frau Dr. phil., sondern auch als Poetin mit

einer Vielzahl von Gedichten, die sie in ihren Büchern unter ihren Pseudonym-

Namen „Heidi Mink“ und „Ade Leid“ veröffentlicht. Dabei beschreibt sie, häufig sehr

ironisch, ihr Dorf Saarn ebenso wie ihre persönliche Biografie, aber auch die der

elterlichen Leder- und Lederwarenfabrik Mink & Co., die einstmals in Saarn, an der

Düsseldorfer Str. 110, ihren Sitz hatte. Auch ihrem Kater Lulu hat sie ein Buch mit

vielen persönlichen Erinnerungs-Gedichten gewidmet.

Ähnlich der Gedenkveranstaltung am 28. März 2025, die dem Saarner Heimatdichter

Heinrich Mühlsiepen gewidmet war, veranstaltet der Stammtisch „Aul Ssaan“ am 22.

März 2026 eine Kulturveranstaltung im Bürgersaal des Klosters Saarn, im Gedenken

an die einhundertste Wiederkehr des Geburtstages von Heidi Mink.

Stammtisch-Baas F. Wilhelm von Gehlen begrüßt die Anwesenden und gibt einen

Rückblick auf das Leben von Heidi Mink und die Geschichte der elterlichen

Lederfabrik:

Geboren als Tochter der Eheleute Gustav und Elisabeth Mink, geb. Giffey, erblickt

sie am 22. März 1926 in Düsseldorf das Licht der Welt. Ihr Vater und sein

Schwiegervater, ihr Großvater Johannes Giffey, betreiben dort eine Lederfabrik, die

1930 erweitert werden sollte. Weil dies in Düsseldorf nicht möglich ist, ziehen die

Familien nach Mülheim und mieten für die Lederfabrik Räume in der Lederfabrik

Rühl, Düsseldorfer Str. 176, an. Hier wohnen auch die Großeltern väterlicherseits,

die Eheleute Gustav Mink sen. und seine Ehefrau Anna, geb. Dinsing. Großvater

Gustav ist gelernter Lederlackierer und als Leiter der Zurichterei bei der Lederfabrik

F. W. Rühl beschäftigt.

Familie Mink mit ihrer Tochter Heidi und dem 1927 geborenen Sohn Gerd zieht in

den Bereich des Saarnbergs, wo Heidi in der Saarnberg-Schule ihre ersten

Schuljahre erlebt. Später bauen die Eltern und die Großeltern Giffey zwei Häuser am

Sommerfeld 13 und 15, was für Heidi einen Wechsel zu Klostermarkt-Schule

bedeutet, bevor sie dann später zum Lyzeum in die Stadt wechselt. Diese Schule

schließt sie mit dem Abitur ab. Leider hat sie nicht beschrieben, wann sie diesen

Lyzeum-Besuch abschließen konnte.

Während des II. Weltkrieges erwähnt sie einen Ernteeinsatz bei der Hitler-Jugend im

Teufelsmoor; ebenso beschreibt sie auch ihre Zeit im Reichsarbeitsdienst und ihren

Einsatz in einer Munitionsfabrik.

Weil ein geordneter Universitätsbetrieb nach dem Ende des II. Weltkrieges noch

nicht gewährleistet ist, beginnt sie im elterlichen Betrieb eine Sattler-Lehre. Diese

Arbeiten befriedigen sie nicht, weshalb sie diese Ausbildung abbricht.

Sie schreibt, dass sie vor dieser Sattler-Lehre flieht und bei ihrer Tante, Frau Änne

Mink, in Ehringhausen, im Westerwald, Aufnahme findet. Hier leistet sie ein


dreimonatiges Krankenpflege-Praktikum. Nach den Erfahrungen dieses Praktikums

strebt sie eine medizinische Ausbildung an. Im Wintersemester 1946 schreibt sie sich

bei der Universität in Mainz für ein Medizin-Studium ein. Den äußeren Umständen

der Zeit geschuldet, hat sie auch hier viele andere Dinge zu erledigen. So schreibt

sie, dass sie z. B. mit anderen das Parkett im Anatomie-Hörsaal legt.

Über die Universität in Bonn kam sie nach München. 1952 promoviert sie in

Psychologie. 1953 legt sie das Medizinische Staatsexamen ab und tritt eine

unbezahlte Stelle als Medizin-Doktorandin an der Psychosomatischen

Beratungsstelle der Universitäts-Kinderpoliklinik an. 1955 erhält sie ihre Approbation

als Ärztin. Im gleichen Jahr heiratet sie den ebenfalls unbezahlt arbeitenden Arzt

Wolfgang Krautschik. Nach der Geburt ihres Sohnes Michael promoviert sie 1956 in

München zum Dr. med. 1957 wird der zweite Sohn Christoph geboren, der wenige

Monate nach ihr im Jahr 2016 verstirbt.

Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1958 tritt sie 1959 als Kommanditistin in die von

ihrer Mutter geführte elterliche Leder- und Lederwarenfabrik ein. Im gleichen Jahr

vollzieht sie mit ihrer Familie einen Wohnsitzwechsel aus dem Allgäu nach Mülheim.

Hier bewohnt sie das von ihren Großeltern errichtete Haus Sommerfeld 15.

In Mülheim übernimmt sie mit ihrem Mann eine gemeinsame Praxis, wie sie schreibt

„auf dem Schlossberg“, ich erinnere mich, sie liegt in der Straße „Haagerfeld“.

Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1961 entschließt sie sich gemeinsam mit ihrem

Mann, die Lederfabrik zu liquidieren, ein Firmen-Schicksal, das viele Lederfabriken in

der damaligen Zeit trifft. So bleiben in Mülheim in diesen Jahren von ehemals über

50 Lederfabriken, mit z.T. über hundertjähriger Tradition, noch zwei Lederfabriken

übrig.

Einer weiteren dauerhaften Nutzung des Gebäudes stehen die städtischen Pläne

entgegen, den inneren Bereich von Alt-Saarn als Sanierungsgebiet einer

anderweitigen Nutzung zuzuführen. So bleiben nur zeitlich befristete Lösungen für

die Nutzung des Fabrikgebäudes.

Zunächst nutzt der Mülheimer Kaufhof das Gebäude der Lederfabrik mit der

Postanschrift Düsseldorfer Str. 110 für einige Jahre als Lagerhalle, bevor dann in den

siebziger Jahren die Firma Kitzmann hier ihre Druckerei betreibt. Die Überlassung

des Grundstückes mit aufstehendem Gebäude an eine caritative Organisation hat

zur Folge, dass mit hohem finanziellem Aufwand, Heidi Mink beziffert diesen auf

56.000 DM, eine Altlasten-Entsorgung vorzunehmen ist.

Nach dem neuen Bebauungsplan ist die Fabrik abzureißen, um einer

Wohnbebauung Platz zu machen. Diese Aufgabe überlässt sie dann ihren Söhnen.

Nach Aufgabe der Praxis in Broich praktiziert Frau Dr. med. Frau Dr. phil. Adeleid

Krautschik fortan in ihren Räumen am Sommerfeld 15 und widmet sich nebenher der

Poesie und Literatur, in dem sie Gedichte schreibt, die sie später veröffentlicht, sich

an literarischen Wanderungen der Buchhandlung Hilberath & Lange beteiligt und als

Institution in Saarn wirkt.

Im Jahr 2012 meldet sie sich in das Altenheim Ruhrgarten, „op chünn Ssitt“, wie sie

selbst die andere Ruhrseite in einem Gedicht beschreibt, ab und lebt bis zu ihrem

Tod am 02. März 2015 dort in bester Betreuung.


Am 12. März 2015 nehmen ihre Familie, ihre Freunde und ihre Nachbarschaft in

einem Trauergottesdienst in der Saarner Dorfkirche Abschied. Anschließend wird sie

vom Gemeindepfarrer Gerald Hillebrand auf dem Auberg-Friedhof bestattet, in dem

Grab, das sie zuvor in einem Gedicht beschrieben hat:


Mein Grab

Im Auberg hab

ich schon mein Grab

unter Buchen und Rhododendron

liegen da lange schon


Großvater und Großmutter

Vater Mutter Schwiegermutter

auch schon lange mein Mann

wo ich daneben liegen kann


In meinem letzten Traum

unter Rhododendron und Birkenbaum

werden fahren Sarner Kinder nebenan Schlitten

hoffentlich laut – möchte ich bitten!


Der Vortrag ihrer Gedichte steht dann im Mittelpunkt weiterer Ausführungen.

Es sind die Stammtischbrüder Rolf Appel, Peter Effmann, Franz Firla, F. Wilhelm von

Gehlen, Frank-Rainer Hesselmann, Lothar Schaff und Gerd Schöneberg sowie die

Ehefrau Rosi Schaff, die aus ihren Gedichte mit jeweils engen Saarn-Bezügen aus

dem Band „Das Dorf in mir“ vortragen.

Die Ehefrauen Irmgard Firla, Marie-Anne van Haaren und Heidrun Specht tragen

zwei ihrer Gedichte in einer von Franz Firla arrangierten musikalischen Fassung vor,

die er auf seinem Akkordeon begleitet.

Ein langer Applaus zum Ende der Darbietungen ist ein erfreuliches Zeichen, dass

Heidi Mink uns auch in unserer Zeit noch etwas zu sagen hat.

„Aul Ssaan“ erinnert an Heidi Mink


Am 22. März 2026, um 16.00 Uhr, erinnert der Stammtisch „Aul Ssaan“, im Bürgersaal des Klosters Saarn, mit einer Gedenkveranstaltung an die Saarnerin Heidi Mink, bekannt auch als Dr. med. Dr. phil. Adeleid Krautschik. Dazu laden die Mitglieder des Stammtisches herzlich ein.


Denn: An diesem Tag jährt sich zum 100. Male der Tag, an dem Heidi Mink das Licht der Welt erblickte.

Foto: Firla/KI


Unter ihrem Geburtsnamen (Heidi Mink) wie auch unter dem Vornamen

Ade Leid hat sie diverse Bücher mit vielen Gedichten veröffentlicht. Mitglieder des Stammtisches „Aul Ssaan“ werden zu diesem Anlass an sie erinnern und ihrer mit Vorträgen ihrer Gedichte, insbesondere derer mit einem konkreten Saarn-Bezug, gedenken.


Der Eintritt ist frei – Spenden werden dankbar entgegen genommen.

Der Stammtisch „Aul Ssaan“ freut sich auf viele Gäste.


Mit dieser Veranstaltung knüpft der Stammtisch an den am 28. März 2025 an gleicher Stelle ausgerichteten Heinrich-Mühlsiepen-Heimatabend an. Entsteht hier vielleicht eine Tradition von Veranstaltungen, bei denen an Saarner Dichter und Poeten erinnert wird?


Dies wäre gewiss eine Bereicherung für Saarn.



Saarn erinnert dauerhaft an den Saarner

Heimatdichter Heinrich Mühlsiepen

Ein Beitrag von F. Wilhelm von Gehlen



Was in Mülheim mit einer möglichen Namensgebung einer Straße an den Heimatdichter Gerhard (Chird) Hardering oder den Geschichtsforscher Wilhelm Klewer (noch) nicht gelingt, in Saarn ist es vollzogen: Geschichte lebendig und dauerhaft in Erinnerung zu halten.

Seit dem 28. August 2025 trägt die Grünanlage unterhalb der Klostermarkt-Schule den Namen Heinrich-Mühlsiepen-Park und erinnert damit an den Saarner Heimatdichter, der von 1836 bis 1901 lebte.

Mit vielen Gedichten, auch „op Ssaansch Platt“, und seinem langjährigen Einsatz im Kirchenvorstand der Katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt und als Mitglied der Saarner Gemeindevertretung hat sich Heinrich Mühlsiepen sehr für sein Saarn eingesetzt und sich um Saarn verdient gemacht.

Der Saarner Geschichts-Gesprächskreis hat die Erinnerung an ihn in drei seiner bislang vier herausgegebenen Saarn-Bücher aufgegriffen und beschrieben.

Der Stammtisch „Aul Ssaan“ hat am 28. März 2025 im Bürgersaal des Saarner Klosters einen Heinrich-Mühlsiepen-Heimatabend ausgerichtet. Dabei haben die Stammtisch-Brüder eine Vielzahl seiner Gedichte vorgetragen und die Geschichte Saarns zu seinen Lebzeiten beschrieben. Sein Ur-Enkel Hans-Theo Horn hat zudem mit sehr persönlichen Schilderungen an seinen Ur-Großvater erinnert.

Mit diesem Heimatabend greifen die Mitglieder des Stammtisches „Aul Ssaan“ die Tradition des Heimatabends auf, die der Saarner Bürgerverein e.V. im Jahre 1932, auch an Heinrich Mühlsiepen erinnernd, begonnen hat. Weil der Bürgerverein während der Nazi-Herrschaft seine Vereinstätigkeit gänzlich einstellen musste, fanden solche Veranstaltungen nicht mehr statt.

Der Erfolg des 2025er Heimatabends lässt bei „Aul Ssaan“ den Wunsch aufkommen, in Saarn müsse dauerhaft an Heinrich Mühlsiepen erinnert werden.

So beschließen die „Aulen Ssaanschen“, der Stadt Mülheim an der Ruhr die Benennung einer Straße vorzuschlagen, vorzugsweise in Saarn, vielleicht in der Zuwegung zu einer möglicherweise zu errichtenden neuen Feuerwache. Hat doch Heinrich Mühlsiepen gerade dazu sein Gedicht „Die neue Saarner Feuerwehr!“ geschrieben.

Bezirksbürgermeisterin Elke Oesterwind, die schon am Heimatabend teilgenommen hat, findet diesen Vorschlag großartig. Sie verweist allerdings darauf, dass bestehende Straßen nicht umbenannt und neue Straßen in Saarn in absehbarere Zeit nicht zu erwarten sein werden.

Sie begeistert jedoch „Aul Ssaan“ und die Nachkommen von Heinrich Mühlsiepen mit ihrer Idee, der bisher namenlosen Grünanlage unterhalb der Klostermarkt-Schule den Namen Heinrich-Mühlsiepen-Park zu geben. Sehr rasch hat sie die Fraktionen der Bezirksvertretung 3 für diese Idee gewinnen können. Diese verständigen sich auf einen gemeinsamen Antrag, der dann in der Sitzung der BV 3 am 08.07.2025 angenommen und einstimmig beschlossen wird.

Für den 28.08.2025 wird die Namensgebung durch die Stadtverwaltung, insbesondere das Amt für Geodaten, Kataster und Wohnbauförderung, vorbereitet.

Durch „Aule Ssaansche“ wird am Vorabend der Namensgebung das unmittelbare Umfeld um das zu enthüllende Straßenschild gesäubert und von Unrat, Laub und Eicheln befreit.

Zur eigentlichen Namensgebung am 28. August, um 11.00 Uhr, haben sich die Stadtspitze in Person von Oberbürgermeister Marc Buchholz, Beigeordnete Dr. Daniela Grobe, als Kulturdezernentin, Beigeordnetem Felix Blasch, als Baudezernent, auch für das Amt für Geodaten, Kataster und Wohnbauförderung zuständig, sowie zahlreiche Bezirksvertreterinnen und –vertreter mit Bezirksbürgermeisterin Elke Oesterwind eingefunden.

Die Familienangehörigen, die Nachfahren von Heinrich Mühlsiepen, sind in großer Zahl vertreten, wie auch der Saarner Geschichts-Gesprächskreis und der Stammtisch „Aul Ssaan“.

Für die Katholische Kirchengemeinde bringt Pfarrer Christian Böckmann durch seine Anwesenheit seine Wertschätzung gegenüber Heinrich Mühlsiepens kirchlichem Einsatz zum Ausdruck.

Bezirksbürgermeisterin Elke Oesterwind begrüßt die Anwesenden und bringt ihre Freude über die vollzogene Namensgebung und die große Beteiligung am heutigen Vormittag zum Ausdruck. „Ich freue mich sehr, dass die Mitglieder der Bezirksvertretung 3 sich einstimmig entschlossen haben, dass die Grünfläche an der Klostermarkt-Schule den Namen „ Heinrich-Mühlsiepen-Park“ tragen soll, um damit ein sichtbares Zeichen für das starke Geschichts- und Heimatbewusstsein in Saarn zu setzen“ beendet sie ihre Ausführungen.

Nach diesen Worten enthüllt sie das Straßenschild und übergibt damit gewissermaßen den Heinrich-Mühlsiepen-Park der Öffentlichkeit.


Für den Geschichts-Gesprächskreis und den Stammtisch „Aul Ssaan“ dankt Baas F. Wilhelm von Gehlen Frau Bezirksbürgermeistern Oesterwind für ihren großartigen Einsatz für die Realisierung dieser Namensgebung und allen Mitgliedern der BV 3 für den einstimmig gefassten Beschluss.

Mit Verweisen auf einige der Mühlsiepen-Gedichte führt der Baas aus, dass der Platz im Zentrum seines Saarn-Einsatzes für Kirchenvorstand und Gemeindevertretung liegt. „Mehr Heinrich Mühlsiepen für Saarn als hier geht eigentlich gar nicht!“, schließt er ab. Dass mit der Namensgebung nun auch das Ehrenmal des Saarner Bürgervereins eine Postadresse hat, fügt er schmunzelnd an.

Stammtisch-Bruder Franz Firla, der sich sehr intensiv mit dem Werk Heinrich Mühlsiepens beschäftigt hat, schildert aus persönlicher Sicht Eindrücke zur Namensgebung. Er schließt seine Schilderung mit den Worten

„Ich bin stolz, in Saarn zu leben, wo man noch den Mut hat, der eigenen kreativen Vorfahren öffentlich zu gedenken! So lasst uns mit Mühlsiepen ausrufen: „Oh, Jubel, o Trubel, o chlöcklich Volk va‘ Ssaan, un wän ke-in Schohn op Fasnach heet, dän treck de Kloumpen aan!“

Mit zwei Mühlsiepen-Gedichten, u.a. „Dä Zeitungsredaktör“, das er aus seinen handschriftlichen Sütterlin-Aufzeichnungen übertragen hat, und der Überreichung einer von ihm entwickelten Tasse mit den Porträts von Heinrich Mühlsiepen, Kaiser Karl dem Großen und seinem Adlatus Roland an Herrn Hans-Theo Horn, Frau Bezirksbürgermeisterin Elke Oesterwind und den Stammtisch-Baas F. Wilhelm von Gehlen findet die Namensgebung ein erfreuliches Ende, bevor dann Erinnerungs-Fotos gefertigt werden.


Die Bilder stellte uns dankenswerterweise Frau Helena Grebe, die Stadtfotografin Mülheim an der Ruhr, für unseren Beitrag auf unserer Website zur Verfügung.


Informationstafel am 44. Denkmal-Gebäude

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Mit Beteiligung der Öffentlichkeit hat der Stammtisch „Aul Ssaan“ am

25.04.2025 eine weitere Informationstafel an einem Denkmal-Gebäude im

Dorf Saarn angebracht. Corona-bedingt haben die Anbringungen in der

Vergangenheit vielfach nur ohne größere Beteiligung stattfinden können.

Es ist die inzwischen 44. Tafel dieser Art, die jetzt von den Stammtisch-

Brüdern Lothar Schaff und Gerd Schöneberg angebracht wurde. Sie ziert

das im Jahr 1928 errichtete ehemalige Saarner Postamt, das Gebäude

Düsseldorfer Str. 102.


Stammtisch-Baas F. Wilhelm von Gehlen hat die Anwesenden im Namen

des Stammtisches begrüßt und einen besonderen Willkommensgruß an

Frau Bezirksbürgermeisterin Elke Oesterwind, an Frau Andrea Menzen, die

Eigentümerin des Gebäudes und Spenderin der Tafel, wie auch an Frau

Selvete Ramosaj, die Betreiberin von „Sally’s Café in diesem Haus,

gerichtet. Daneben galt sein herzliches Willkommen den Freundinnen und

den Mitgliedern des Stammtisches „Aul Ssaan“ wie auch den interessierten

Saarnern.


Ein ganz besonders herzliches Willkommen richtete er an Heinz Weirauch

und seine Ehefrau Conny. Denn Heinz Weirauch hat in seinem von der

Edition Werry herausgegebenen Buch „Von Bauern und Köttern Pächtern

und Aufsitzern –Höfe und Kotten in Saarn“ wesentliche Beiträge zu den

Denkmal-Gebäuden in Saarn veröffentlicht. Mit seiner Zustimmung

durften sie für die Ausgestaltung der Tafel-Inschriften und der

ergänzenden QR-Code-Texte verwendet werden. Weil Heinz Weirauch

erstmals an einer Tafel-Anbringung teilnehmen konnte, galt ihm der

besonders herzliche Dank für seine Beiträge zur Unterstützung dieses

Vorhabens.


Auf diesen Tafeln an den Denkmal-Gebäuden wird die Historie der

einzelnen Gebäude beschrieben. Über einen angebrachten QR-Code lassen

sich weitergehende Informationen aufrufen. Beobachtungen im Dorf Saarn

zeigen, dass Besucherinnen und Besucher des Dorfes sehr oft an den

Denkmal-Gebäuden verweilen, die Tafel-Inschriften lesen und über den

aufgerufenen QR-Code ergänzende Informationen aufnehmen. Dies zeigte

sich jetzt ganz konkret vor einem zum Verkauf anstehenden Denkmal-

Gebäude. Kauf-Interessenten nahmen die Informationen auf und dankten

für diese Informationen zu ihrem zu erwerbenden Gebäude.

So ist durch den Stammtisch „Aul Ssaan“ in den letzten Jahren ein

Denkmal-Pfad im Dorf Saarn entstanden, der von der Alte Str. 27-29, im

Norden, bis zur Voßbeckstr. 4-6, im Süden, und von der Kahlenbergstr.

26, im Osten, bis zum Lehnerfeld 4-6 bzw. Nachbarsweg 55, im Westen,

reicht und der in ca. 1 ½ bis 2 Stunden erwandert werden kann.


Ein Besuch Saarns lohnt sich deshalb nochmals mehr, nehmen doch die

Stammtisch-Brüder von „Aul Ssaan“ für sich in Anspruch, einen echten

Beitrag dazu geleistet zu haben.

Text: F. Wilhelm von Gehlen


Der Heinrich-Mühlsiepen-Heimatabend am 28. März 2025


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Vieles ist bereits über ihn berichtet worden, den Saarner Schreinermeister

und Heimatdichter, das Mitglied des Kirchenvorstandes der Katholischen

Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt und den Abgeordneten in der

Saarner Gemeindevertretung der Bürgermeisterei Broich


Heinrich Mühlsiepen,


geboren am 19.09.1836, gestorben am 22.12.1901.


Am 28. März 2025 hat der Stammtisch „Aul Ssaan“ in der Erinnerung an

diesen großen Sohn Saarns einen Heinrich-Mühlsiepen-Heimatabend

ausgerichtet.


Angeregt hat diesen Abend der Ur-Enkel von Heinrich Mühlsiepen, der

ehemalige Mülheimer Kulturdezernent Hans-Theo Horn. Im 3. Buch des

Saarner Geschichts-Gesprächskreises hat er bereits eine mehrseitige

Abhandlung über seinen Ur-Großvater geschrieben.


Gerne haben die Mitglieder des Stammtisches seine Anregung aufgegriffen

und dank Unterstützung von Frau Sabine Klischat-Howe, von der

Begegnungsstätte Kloster Saarn des Mülheimer Kulturbetriebes, diesen

Heimatabend als „Kultur-Veranstaltung“ im Kloster Saarn ausgerichtet.


Sie setzen damit eine Reihe fort, die der Saarner Bürgerverein in den

Jahren 1932 und 1933 mit zwei Veranstaltungen im Saal der Gaststätte

von der Bey, Landsberger Str. 18, und des Stammhauses Rosendahl,

Düsseldorfer Str. 41, begonnen hat. Nach der Machtergreifung der

Nationalsozialisten im Jahre 1933 und der später erfolgten Auflösung des

Bürgervereins wurden Fortsetzungen damals unmöglich gemacht.


Gut 60 Besucher/innen aus Saarn, aus Mülheim und von auswärts waren

an diesem Abend in den Bürgersaal des Klosters gekommen, was die

Verantwortlichen als sehr erfreulich empfanden.


F. Wilhelm von Gehlen, als Baas des Stammtisches „Aul Ssaan“, hat sie

herzlich willkommen geheißen. Besonders gefreut haben sich die

Verantwortlichen über die Anwesenheit von


- Herrn Oberbürgermeister Marc Buchholz,

- Frau Bezirksbürgermeisterin Elke Oesterwind,

- der Leiterin des Kulturbetriebs, Frau Dr. Hanna Hinrichs, sowie

- Frau Pfarrerin Kerstin Ulrich, für die evangelische Kirchengemeinde

Broich-Saarn.


Herr Pfarrer Christian Böckmann, der für die Katholische Kirchengemeinde

St. Mariä Himmelfahrt eingeladen war, musste krankheitshalber kurzfristig

absagen, was er sehr bedauerte.


Neben einer größeren Zahl von Familienmitgliedern der 3., 4. und gar 5.

Generation „derer von Mühlsiepen“ begrüßte F. Wilhelm von Gehlen die

anwesenden Mitglieder des Geschichtsvereins, der Mülheimer

Bürgergesellschaft „Mausefalle“, des Waddischen KommOoment, des

Werdener Mundart-Kreises, sowie des Saarner Bürgervereins, des Saarner

Geschichts-Gesprächskreises und Teilnehmer des Ökumenischen Saarner

Männer-Frühstücks mit „Leewe Ssaansche, leewe Mölmsche, leewe Lüüt

van buterwääts“.


Hans Theo Horn stellte mit eindrucksvollen Worten seinen Ur-Großvater,

besonders sein Leben und Wirken, vor und berichtete, wie vielseitig

engagiert sich Heinrich Mühlsiepen in seiner Kirchengemeinde und für sein

Dorf Saarn eingesetzt hat.


Steffi Horn, Ur-Ur-Enkelin von Heinrich Mühlsiepen, hatte für diesen

Abend Bilder und Gedichtstexte eingescannt und sie in einer Power-Point-

Präsentation vorgeführt.


F. Wilhelm von Gehlen beschrieb die Entwicklung Saarns zu Lebzeiten von

Heinrich Mühlsiepen und stellte Veränderungen unter politischen,

wirtschaftlichen, schulischen sowie gesellschaftlichen Gesichtspunkten vor.


Nach einer kurzen Pause stellten die Mitglieder des Stammtisches „Aul

Ssaan“ die von Heinrich Mühlsiepen verfassten Gedichte vor:


Jeweils eingeleitet durch Kurzbeiträge in der Moderation von F. Wilhelm

von Gehlen trugen Wilfried Enaux, F. Wilhelm von Gehlen, Frank-Rainer

Hesselmann, Josef Pütz, Norbert Rosendahl, Lothar Schaff, Gerd

Schöneberg und Hans-Georg Specht 20 seiner auf hochdeutsch oder in

Saarner/Bergischer Mundart geschriebenen Gedichte vor.


Franz Firla berichtete, dass er zwei seiner Gedichte vertont habe. Diese

wurden dann im Nachgang zu den Gedichten eingespielt.


Besondere Aufmerksamkeit verdiente sich Rosi Schaff, die, gebürtig aus

Tirol stammend, das Gedicht „De Ssaansche Isserbahn“ „op Platt“

vorstellte und von den Anwesenden mit verdientem Beifall belohnt wurde.


Wie überhaupt jeder Beitrag mit Applaus bedacht und im Nachhinein

anerkennend der Wagemut der Stammtisch-Brüder gewürdigt wurde, sich

auf diese Vorträge eingelassen zu haben, denn auch für Frank-Rainer

Hesselmann waren es, wie er einräumte, die ersten Sprechversuche in

dieser bislang für ihn ungewohnten Mundart.


Alles in allem war das Programm mit einem dreistündigen Ablauf eine

halbe Stunde zu lang geraten. Doch haben alle Anwesenden diesen Abend

als sehr unterhaltsam und kurzweilig empfunden.


Die Stammtisch-Brüder haben sich dafür ausgesprochen, einen solchen

Abend mit anderer Schwerpunktsetzung zu wiederholen. Denn mit Heidi

Mink, Walter Ferschen, Franz Firla, Willi Gantenberg, Otto Ky und nicht

zuletzt mit Matthes Schmitz haben noch einige andere Saarner/innen sich

mit Gedichten und Dönekes - auch „op Platt“ – in die Saarn’sche Literatur

eingebracht. Sie könnten ebenfalls mit einem Saarner Heimatabend

gewürdigt werden.


So soll der nächste Heimatabend im März 2026 der Saarnerin Dr. Dr.

Adeleid Krautschick, die unter ihrem Mädchennamen Heidi Mink zahlreiche

Gedichte veröffentlicht hat, gewidmet werden.


Am 22. März 2026 jährt sich ihr Geburtstag zum 100. Male. Dies scheint

den „aulen Ssaanschen“ ein willkommener Anlass zu sein an sie zu

erinnern und ihrer zu gedenken. Sie ist am 02.März 2015 verstorben und

hat auf dem Auberg-Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden.


Konkret hat der Stammtisch „Aul Ssaan“ darüber hinaus beschlossen,

Herrn Oberbürgermeister Marc Buchholz den Vorschlag zu unterbreiten,

die Stadt Mülheim an der Ruhr möge in der Erinnerung an Heinrich

Mühlsiepen, besonders an sein Leben und Wirken sowie seinen vielfältigen

Einsatz in und für Saarn, eine Straße nach ihm benennen, wünschenswert

wäre eine solche Namensgebung für ihn im Dorf Saarn, vielleicht in einer

Zuwegung für die neue Feuerwache, hat er doch einst ein Gedicht „Die

neue Saarner Feuerwehr!“ geschrieben und eine Beziehung zur Feuerwehr

begründet

Ein Beitrag von F. Wilhelm von Gehlen


Herzenverteilung

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Wie in den vergangenen Jahren, hat auch in diesem Jahr wieder der Stammtisch Aul Ssaan, die I-Dötzkes zum Beginn ihrer Schulzeit, mit einer Süßigkeit an ihrer Schule in unserem Stadtteil Saarn willkommen geheißen.


Die Verteilung der „Ssaanschen Hatten“ geht auf eine Initiative unseres verstorbenen Stammtischbruders Berni Limper zurück, welcher von 1989 bis 1996 Baas unserer Platt-Runde war. Diese Aktion findet in diesem Jahr 2024 zum 36. mal statt.


Wir bedanken uns bei der Sparkasse Mülheim, die auch in diesem Jahr, die Herzenverteilung möglich gemacht hat.